Fundamenterder

Die technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Elektrizitätsversorger (EVU) schreiben vor, dass jeder Neubau mit einem Fundamenterder ausgestattet sein muss. Auch andere haustechnischen Anlagen wie Blitzschutzanlage, Datentechnik, Antennenanlagen usw. benötigen eine Erdungsanlage. Ordnungsgemäß errichtet garantiert ein Fundamenterder über lange Zeit einen relativ konstanten Erdungswiderstand, rechtzeitig in der Planung und im Bauablauf berücksichtigt, ist er kostengünstig zu erstellen.

Details zu seiner Ausführung sind in DIN 18014 vorgegeben.

Da der Fundamenterder einen wesentlichen sicherheitsrelevanten Teil der Elektroanlage für Erdung und Potentialausgleich darstellt, muss er von einer Elektrofachkraft (oder zumindest unter der Aufsicht einer Elektrofachkraft) errichtet werden.

Der Fundamenterder wird üblicherweise als geschlossener Ring in die Betonfundamente der Gebäudeaußenwände mit eingegossen. Verwendet wird hierfür
Rundstahl, mindestens 10mm Durchmesser oder
Bandstahl , mindestens 30 x 3,5mm
üblicherweise in feuerverzinkter Ausführung.

Hierbei ist auf eine vollständige, allseitige Betonumhüllung von mindestens 5 cm Dicke als Korrosionsschutz zu achten. Kann dies nicht sichergestellt werden, oder muss aus anderen Gründen das Erdungsband unmittelbar ins Erdreich gelegt werden, so ist nichtrostender Stahl (Edelstahl V4A, Werkstoffnummer 1.4571) zu verwenden. Dies gilt auch für alle Anschlussfahnen an diesen Ringerder, die aus dem Beton heraus geführt werden.

Um diese allseitige Betonumhüllung sicherzustellen, sollte Bandeisen nur hochkant im Beton eingebaut werden. Nur bei maschineller Verdichtung darf Bandeisen flach eingebaut werden.
Bei größeren Gebäuden sollte der Fundamenterder durch Querverbindungen aufgeteilt werden, so dass Maschen nicht größer als 20 x 20 m entstehen. Je nach besonderen gebäude- und objektspezifischen Anforderungen sind auch wesentlich kleinere Maschenweiten zu realisieren. Spezielle Lösungen sind bei Einzelfundamenten erforderlich.
Um die Wirksamkeit des Ringerders zu verbessern und aus Gründen des Potentialausgleiches muss der Ringerder alle 2 m mit der Bewehrung fest verbunden werden. Hierzu sind Schraubschellen oder Schweißverbindungen zulässig; Keilverbinder dürfen bei Einsatz eines Betonrüttlers nicht verwendet werden.

Anschlussfahnen werden überall dort im Gebäudeinneren herausgeführt, wo haustechnische Einrichtungen wie Hausanschlussraum, Heizungs- und Lüftungsanlagen, Aufzüge usw. vorgesehen sind. Wenn das Gebäude mit einer Blitzschutzanlage versehen werden soll, so sind zusätzliche Anschlussfahnen mindestens an allen vier Gebäudeecken nach außen herauszuführen. Je nach Anforderung oder Kundenwunsch können auch in Beton eingebaute Erdungsfestpunkte eingesetzt werden.

Wenn Kunststofffolien unter der Betonplatte eingelegt werden, verschlechtert sich die Wirkung des Fundamenterders. Spätestens bei einer äußeren Wannenabdichtung (schwarze Wanne), bei einer wasserundurchlässigen Betonwanne (WU-Wanne) und bei Perimeterdämmung kann der Ringerder nicht mehr in der Bodenplatte verlegt werden. Er muss dann außerhalb der Wannenabdichtung / unterhalb der Bodenplatte eingebracht werden. Hier darf nur noch nichtrostender Stahl für den Erder und für alle Verbindungsteile verwendet werden.

Die Anordnung und der Verlauf des Fundamenterders ist vor dem Betonieren dauerhaft zu dokumentieren (DIN 18014). Dies kann durch einen vermaßten Verlegeplan und/oder durch Fotos geschehen. Je nach Größe des Objektes (oder wenn der Errichter des Fundamenterders nicht der Errichter der Elektroanlage/Blitzschutzanlage ist) ist es ratsam, schon unmittelbar nach der Errichtung des Fundamenterders ein Messprotokoll über die Wirksamkeit und den niederohmigen Durchgang aller Verbindungen anzufertigen.

Da bei der Errichtung des Fundamenterders viele Vorschriften, Details und Anforderungen zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich, schon frühzeitig mit der Planung und Koordination zu beginnen. Es ist ratsam, einen Fachplaner und eine Fachfirma hinzuzuziehen.
Keinesfalls sollte dieses sicherheitsrelevante Bauteil von Bauhilfskräften montiert werden.

Weitere Literatur:
DIN 18014 Fundamenterder
DIN VDE 0185 – 110 Blitzschutzsysteme

Stand:
06/10