Sanierputz R nach WTA

Der Transportmechanismus der Feuchtigkeit in Sanierputzen WTA nach DIN 18557 und WTA 2-9-04/D verh√§lt sich gegen√ľber Normalputzen nach DIN 18550 grunds√§tzlich verschieden.

Der normale Kalkzement- und Zementputz weist eine hohe Dichtigkeit mit einem geringen Porenvolumen und zudem sehr kleinen Poren auf. Dies bewirkt, dass die Feuchtigkeit im Material zwar sehr langsam aber ungehindert bis an die Oberfl√§che kapillar transportiert wird. Dabei gel√∂ste Salze werden bis an die Oberfl√§che gef√ľhrt.

Wenn die Feuchtebelastung aus der Wand nicht mehr als 40 Masse % beträgt, kann nach WTA auf eine Abdichtung verzichtet werden.

Ein Sanierputzsystem nach WTA 2-9-04/D besteht aus einem Unterputz mit hoher kapillarer Saugfähigkeit und einen Oberputz mit hohem Luftporenvolumen.

Die im Bauteil befindliche Feuchtigkeit kann g√ľnstig bis in die Zone des Unterputzes kapillar einwandern. Im √úbergangsbereich zum Deckputz mit sehr hohem Luftporenvolumen verdunstet die Feuchtigkeit im Putzquerschnitt und gibt die transportierten Salze an die Poren ab, um die Salzablagerung im Inneren des Putzes zu belassen. Damit wird die Gesamtoptik der salz- und feuchtebelasteten Wand langfristig verbessert. Die Druckfestigkeit dieser Putze liegt bei < 6 N/mm2, das Porenvolumen des Festm√∂rtels √ľber 40 Vol-% und die Wasserdampfdiffusion bei μ < 12.

Der Putz hat aber auch die Aufgabe das Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk zu verhindern. Die Eigenschaften werden durch die Zusammensetzung des Putzes bestimmt. Die Porosität wird durch Tensidluftporen oder Leichtzuschläge erreicht, Zusätze von hydrophobierend wirkende Additiven beeinflussen die kapillare Wasserwanderung im Kapillarporensystem und weiterhin werden die Eigenschaften auch durch mineralische Bindemittel, wie z.B. Mariensteiner Kalk, Portlandzement oder Trasszement, bestimmt.

Durch die hydrophobe Ausr√ľstung von Sanierputz-WTA kann die anstehende Feuchtigkeit nur ca. 5 mm kapillar eindringen. Die restlichen 15 mm der 2 cm Putzdicke muss die Feuchtigkeit per Diffusion √ľberwinden. Je l√§nger der Diffusionsweg ist, umso gr√∂√üer wird der Diffusionswiderstand und die Austrocknungsleistung verringert sich. Daher wird die maximale Putzdicke auf 40 mm beschr√§nkt. Bei 23¬ļ C verdunsten bei den o. g. 15 mm etwa 140 g/m¬≤d Wasser und bei einer Diffusionsstrecke von 35 mm nur noch 60 g/m¬≤ und Tag.

Zusammengefasst gibt es folgende positiven Aspekte:

 Die Putze finden als flankierende aber auch als alleinige Instandsetzungsma√ü-nahme Anwendung.
 Verbleiben Salze nach einer Horizontal- und oder Vertikaldichtung im Mauerwerk, so k√∂nnen diese erneut zu Bausch√§den beziehungsweise Durchfeuchtungen f√ľhren. Mit Hilfe der Sanierputze WTA wird die bausch√§dliche Wirkung durch die Salze reduziert.
 Sie f√ľhren zwar zu keiner merklichen Reduzierung der Salzkonzentration im Mauerwerk, aber der Salzeintrag erfolgt in eine Schicht, wo die geringste sch√§digende Wirkung auftritt (3 bis 7 mm vom Mauerwerk). Die zerst√∂renden mechanischen Wirkungen durch Hydrations- und Kristallisationsvorg√§nge im Mauerwerk werden wesentlich reduziert.
 Die hygroskopische Wasseraufnahme wird wesentlich reduziert und damit ein g√ľnstigeres Verh√§ltnis des Feuchtegleichgewichts zwischen der Wandoberfl√§che und der angrenzenden Luftschicht erzielt. Welches sich wiederum g√ľnstig auf das Raumklima auswirkt.
 An tauwassergef√§hrdeten Wandabschnitten, zum Beispiel im Erdgeschoss √ľber der Kappe, wird die zus√§tzlich wirkende hygroskopische Feuchte (Mauersalze) weitestgehend unterbunden. In Verbindung mit richtiger Heizung und L√ľftung kann hier ein durchfeuchtetes Mauerwerk schneller abtrocknen.

Stand:
03 / 10