Mineralwollplattenstreifen im WDVS über Fensteröffnungen

Der Einbau von Mineralwolldämmplattenstreifen an Oberflächen von Außenwänden (z. B. WDVS) über Fensteröffnungen mit Höhen von 25 cm soll den Brandüberschlag von Geschoss zu Geschoss verhindern. Der Einbau dieser Streifen wurde erstmalig im Jahre 1997 gefordert, und zwar im Zusammenhang mit der erstmaligen Zulassung von Wärmedämmverbundsystemen mit Dicken von mehr als 10 cm. Vorgeschrieben ist der Einbau dieser Streifen für Gebäude "mittlerer Höhe".

Laut Landesbauordnung NRW § 2 / Begriffe, Abs. 3 gilt:

"(3) Gebäude geringer Höhe sind Gebäude, bei denen der Fußboden keines Geschosses mit Aufenthaltsräumen im Mittel mehr als 7 m über der Geländeoberfläche liegt. Gebäude mittlerer Höhe sind Gebäude, bei denen der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes im Mittel mehr als 7 m und nicht mehr als 22 m über der Geländeoberfläche liegt. Hochhäuser sind Gebäude, bei denen der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 m über der Geländeoberfläche liegt."

Die Fußböden von Aufenthaltsräumen der meisten Ein- und Zweifamilienhäuser liegen in geringeren Höhen als 7 m über Geländeoberfläche. Diese Bauten sind in der Regel als Gebäude geringer Höhe einzustufen. Dort kann das WDVS die Brandklasse "normal entflammbar" aufweisen, d. h. es brauchen über Fensteröffnungen keine Mineralwollplatten eingebaut zu werden.

Diese Regelung findet sich in der Landesbauordnung NRW § 29 / Wände, Decken und Dächer (1) Tabelle, Zeile 3 wieder.

Mineralwolldämmplattenstreifen sind über Fenstern an Gebäuden mittlerer Größe einzubauen. Hier ist die Brandklasse "schwer entflammbar" einzuhalten.

Bei Hochhäusern muss der Dämmstoff "nicht brennbar" sein.

Falls hinsichtlich des Brandschutzes für Gebäude, bei denen der Fußboden keines Geschosses mit Aufenthaltsräumen im Mittel mehr als 7 m über der Geländeoberfläche liegt, keine vertraglichen Vereinbarungen bestehen, ist ein Einbau dieser Mineralwolldämmplattenstreifen nicht erforderlich.

Stand:
11/09