Anforderungsprofil fĂĽr gewerblich genutzte Waschtische

Waschtische und Ablagen aus Naturstein oder artverwandten Kunststeinen finden immer mehr Anklang bei Architekten und Designern. Aber die Natursteinwelt hat ihre Tücken, die auch mit modernen Chemikalien zur Körperreinigung nicht verringert werden. Dazu folgende Hinweise zur Entscheidungshilfe:

1. Säurebeständigkeit

Waschtische sollten nicht aus Materialien erstellt werden, die nicht säurebeständig sind. Die Härte eines Gesteins sagt nichts darüber aus. Portoschiefer ist relativ weich, ist aber beständig gegenüber Amidosulfonsäure, die in fast allen Sanitärreinigern enthalten ist. Black Pearl (G684) ist ein harter Basanit, der generell säureempfindlich ist. Nicht nur die Reinigungsmittel sind meist sauer, sondern es wird oft vergessen, dass hautneutrale Seifen einen pH-Wert von 5,5 haben. Das ist sauer, pH 7 wäre neutral. Echte Seife hat einen pH-Wert von ca. 8 bis 11 (Kernseife).

2. Lösemittelbeständigkeit

In Parfümölen und Deodorants sind Alkohole oder auch andere unpolare Lösemittel enthalten. Steine, die organische Farbstoffe besitzen, wie schwarze Kalke, Schiefer und einige Sandsteine werden bei Benetzung an diesen Stellen blasser. Auch Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis können zu Schädigungen führen.

3. Anordnung der Seifenspender

Oft sind Seifenspender über dem Waschtisch angelegt, ohne Auffangsysteme. Manche dieser Seifen enthalten Fette oder Kochsalz als Verdickungsmittel. Dadurch können auch bei dichten Gesteinen durch die lange Verweildauer Ränder entstehen. Am besten wäre ein Seifenspender, der über dem Becken nutzbar ist, z. B. neben der Armatur.

4. Beckenausschnitte und Armaturen

Die Wahl, ob ein Auf- oder ein Unterbaubecken ausgeführt wird, hat neben der Optik auch im Gebrauch Unterschiede. Bei einem Aufbaubecken ist immer ein gut sichtbarer Rand vorhanden, der meistens schlecht zu reinigen ist. Bei Unterbaubecken ist die Verschmutzung zwar auch vorhanden, man sieht sie aber weniger gut. Problematisch ist auch der zu geringe Abstand zwi-schen Armatur und Becken. Das kann im Untergrund zu eng werden. Bitte die „Muttern“ in die Planung mit einbeziehen.

5. SchĂĽrzen

Diese Bauteile, die oft auch Halterungen für Papiertücher aufweisen, werden geklebt. Die sin-nigste Klebung ist eine rechtwinklige, um die Fasenbreite nach hinten versetzte Schürze. Kle-bungen auf Gehrung sind zwar möglich, aber teurer und je nach Material mit einer unterschied-lich breiten Fuge versehen, die einfarbig ist. Auch Ausbrüche sind normal und bei Natursteinen nicht zu vermeiden.

6. Reinigungsfähigkeit (prof. Reinigung)

Die Reinigungs- und Dekontaminierungsfähigkeit hängt auch von der Oberfläche ab. Gebürstete Oberflächen sind zwar schick, aber sehr schlecht zu reinigen. Je höher die Rauigkeit, desto höher der Reinigungsaufwand.


ResĂĽmee

Für gewerbliche Bereiche ist die Verwendung von Hartgesteinen, wie Gabbros, Granit, Gneis usw. angebrachter als die Verwendung von Kalken oder Marmoren. Ein preiswerter Granit ist im Unterhalt günstiger als ein teurer Marmor. Aber für jedes noch so harte Gestein gilt, dass eine Porigkeit vorhanden ist. Eine allseitige, werkseitig durchgeführte Imprägnierung mit einem für den Stein freigegebenen Mittel ist unerlässlich für den gewerblichen Einsatz. Nach ca. einem Jahr sollte mit dem gleichen Mittel nachimprägniert werden.


Stand: 05/09