RAL-Montage

Kaum ein Begriff sorgt beim Thema Fenstereinbau f├╝r mehr Verst├Ąndnisprobleme als der Begriff "RAL-Montage", denn jeder versteht etwas anderes darunter.

Eine RAL-Montage kann und darf nur derjenige anbieten und ausf├╝hren, der das RAL-G├╝tezeichen "RAL-Montage" f├╝hrt. Ein Betrieb, der mit der RAL-Montage wirbt, aber das G├╝tezeichen des RAL-Ausschusses nicht f├╝hrt, handelt wettbewerbsverzerrend.

Sicherlich ist mit dem Begriff meistens ein Fenstereinbau gem├Ą├č den Ausf├╝hrungsbeispielen des "Leitfaden zur Montage", herausgegeben von der RAL-G├╝tegemeinschaft Fenster und Haust├╝ren e.V., Frankfurt, gemeint, bzw. eine Einbausituation die au├čen dauerhaft und schlagregendicht und innen luftdicht nach dem Prinzip "innen dichter als au├čen" ausgef├╝hrt wird.

Ein Fensterbaubetrieb, der das G├╝tezeichen "RAL-Montage" erworben hat und eine dementsprechende Montage durchf├╝hrt, unterliegt der Fremd├╝berwachung, z.B. durch das ift-Rosenheim. Die Fenstermonteure werden regelm├Ą├čig geschult, die Fenstermontagen geplant und protokolliert und es ist damit zu rechnen, dass Mitarbeiter des ift-Rosenheim die Ausf├╝hrungen des Montierenden an der Baustelle pr├╝fen. F├╝r einen Betrieb, der "nur" eine Montage gem├Ą├č des oben genannten Leitfadens anbietet und durchf├╝hrt, gilt dies nicht.

Auftraggebern wird empfohlen, genau die Bedeutung dieses Begriffes "RAL-Montage" zu hinterfragen, wenn der in Angeboten oder Auftragsbest├Ątigungen verwendet wird. Dasselbe gilt f├╝r den Fensterbaubetrieb, wenn er in den Ausschreibungen ├Âffentlicher und privater Auftraggeber und Architekten auf Forderungen st├Â├čt, die einen "RAL-Einbau" oder einen "Einbau nach EnEV" verlangen. Die EnEV fordert lediglich, dass die Fugen der w├Ąrme├╝bertragenden Au├čenh├╝lle des Geb├Ąudes dem Stand der Technik entsprechend dauerhaft luftdicht zu gestalten sind. Ohne Kenntnis der Einbausituation kann der Anbietende hier keinen Preis ermitteln, weil er die Randbedingungen nicht kennt.

Bauaufsichtlich zugelassene Produkte f├╝r die Fensterabdichtung gibt es nicht. Diese Zulassungen werden ausschlie├člich vom DiBT in Berlin erteilt, und dies erteilt hierf├╝r keine Zulassungen weil die Abdichtungsmaterialien von untergeordneter Bedeutung sind. Daher kann der Verarbeiter, wenn in der Ausschreibung / dem Bauvertrag keine bestimmten Produkte vorgeschrieben sind, auf Produkte zur├╝ck greifen, die allein aufgrund der Produktbeschreibung als geeignet einzustufen sind. Etwas anderes sieht es f├╝r Betriebe aus, die mit dem RAL-G├╝tezeichen "Montage" werben und dementsprechende Montagen anbieten: sie m├╝ssen auf gepr├╝fte und bew├Ąhrte Materialien zur├╝ck greifen. Dauerhaft muss die Abdichtung aber in jedem Fall sein, egal ob RAL vereinbart wurde oder nicht. Das Risiko bei der Verarbeitung ungepr├╝fter Produkte liegt beim Verarbeiter.

Sowohl die EnEV als auch die aaRdT fordern die luftdichte Ausbildung der raumseitigen Fensteranschlussfuge. W├Ąhrend die EnEV hier auf die Vermeidung unkontrollierbare Verluste erw├Ąrmter Raumluft reflektiert, ist der Hintergrund der Anforderungen in den aaRdT bauphysikalischer Natur dahingehend, dass das Eindringen feuchter Raumluft in den Fensteranschlussfugenbereich mit einem einhergehenden Kondensatausfall einschl. Schimmelbildung verhindert werden soll.

Stand: 04/09

Anmerkung:

RAL wurde am 23.4.1925 von der dt. Industrie und der Reichsregierung der Weimarer Republik als ÔÇ×Reichsausschuss f├╝r LieferbedingungenÔÇť gegr├╝ndet und ist seit 1980 als RAL - Deutsches Institut f├╝r G├╝tesicherung und Kennzeichnung e. V. mit Sitz in Sankt Augustin t├Ątig.


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