-NEU- BelĂŒftung von KellerrĂ€umen

FĂŒr die BelĂŒftung von KellerrĂ€umen gibt es keine baurechtliche oder bautechnische Vorgabe. So enthĂ€lt z. B. die Bauordnung NRW in der aktuell gĂŒltigen Fassung keine Regelung, nach der AbstellrĂ€ume in Kellergeschossen einen Mindestluftwechsel aufweisen mĂŒssen.

Aus § 6 der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) kann dies ebenfalls nicht abgeleitet werden. Dort heißt es jedoch:

„(2) Zu errichtende GebĂ€ude sind so auszufĂŒhren, dass der zum Zweck der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.“

Die Energieeinsparverordnung ist eine Verordnung ĂŒber energieeinsparenden WĂ€rmeschutz und energieeinsparender Anlagentechnik bei GebĂ€uden. AbstellrĂ€ume im Kellergeschoss außerhalb der Wohnung, die nicht beheizt werden und somit nach EnEV nicht wĂ€rmegedĂ€mmt werden mĂŒssen, fallen nicht unter die Regelung der EnEV.

Die Norm DIN V 4108-6:2003-06 „WĂ€rmeschutz und Energieeinsparung in GebĂ€uden – Teil 6: Berechnung des JahresheizwĂ€rme- und des Jahresheizenergiebedarfs“ enthĂ€lt ebenfalls keine Regelung zum Mindestluftwechsel in unbeheizten AbstellrĂ€umen im Keller.

Die fĂŒr den LĂŒftungsbau zustĂ€ndige Norm DIN 1946-6:2009-05 „Raumlufttechnik – Teil 6: LĂŒftung von Wohnungen – allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, AusfĂŒhrung und Kennzeichnung, Übergabe / Übernahme (Abnahme und Instandhaltung)“ enthĂ€lt keine Regelungen, wie mit KellerrĂ€umen zu verfahren ist. Allerdings fordert diese Norm ein LĂŒftungskonzept bei neu zu errichtenden GebĂ€uden fĂŒr die Nutzungseinheit. Dabei kann auch das gesamte GebĂ€ude als Nutzungseinheit betrachtet werden. Die Vorgaben beziehen sich allerdings ausschließlich auf Wohnungen oder Ă€hnliche Nutzungseinheiten.

Das Beiblatt zur Norm DIN 1946-6 Beiblatt 5:2015-12 - Entwurf „Raumlufttechnik - Teil 6: LĂŒftung von Wohnungen - Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, AusfĂŒhrung und Kennzeichnung, Übergabe/Übernahme (Abnahme) und Instandhaltung; Beiblatt 5: KellerlĂŒftung“ beschĂ€ftigt sich mit einer KellerlĂŒftung. Zwar ist dieses Blatt nach wie vor ein Entwurf zeigt aber dennoch, dass eine Notwendigkeit fĂŒr einen Luftwechsel in KellerrĂ€umen besteht.

Die Norm DIN 18017-3:2009-09 „LĂŒftung von BĂ€dern und ToilettenrĂ€umen ohne Außenfenster – Teil 3: LĂŒftung mit Ventilatoren“, die auch als baurechtlich eingefĂŒhrte Regelung zu verstehen ist, enthĂ€lt ebenfalls keine Angaben zu fensterlosen KellerrĂ€umen. Die dortigen AnsĂ€tze können nicht fĂŒr fensterlose KellerrĂ€ume ĂŒbernommen werden, da der Feuchteanfall in diesen KellerrĂ€umen deutlich vom Feuchteanfall in benutzten BĂ€dern abweicht.

Daraus ergibt sich, dass aus den gesetzlichen und normativen Regelungen keine Erfordernisse an einen Mindestluftwechsel (Möglichkeit der BelĂŒftung) in nicht beheizten AbstellrĂ€umen außerhalb von Wohnungen hergeleitet werden können.

Es kann letztlich das Erfordernis eines Mindestluftwechsels in einem unbeheizten Abstellraum außerhalb der Wohnung nur von dem Kriterium des Üblichen und der allgemeinen Gebrauchstauglichkeit abgeleitet werden. Es ist fraglich, ob ein ungelĂŒfteter Kellerraum tatsĂ€chlich fĂŒr den angedachten Zweck (Lagerung von GĂŒtern) gebrauchstauglich ist. Ein Waschkeller ohne jegliche LĂŒftungsmöglichkeiten kann als nicht dauerhaft nutzbar eingestuft werden.

Es entspricht weder mittlerer Art und GĂŒte noch ist es als ĂŒblich zu erwarten, dass RĂ€ume ohne jegliche BelĂŒftung hergestellt werden. Im Zuge unserer sich ĂŒber Jahrzehnte erstreckenden BausachverstĂ€ndigentĂ€tigkeit haben wir Kenntnis ĂŒber eine Vielzahl von SchadensfĂ€llen (insbesondere von SchimmelschĂ€den), die auf eine unterbemessene oder gar nicht gegebene KellerbelĂŒftung zurĂŒckzufĂŒhren sind. Es ist dringend zu empfehlen, unbelĂŒftete KellerrĂ€ume mit einer LĂŒftungsvorrichtung zu versehen.

Stand:
12/18