Bel├╝ftung fensterloser R├Ąume innerhalb von Wohnungen

Dieser Sachverhalt ist in den Regelwerken bislang nicht eindeutig beschrieben. Es gibt die beiden bauaufsichtlich eingef├╝hrten Normen bzw. Normenreihen DIN 1946 ÔÇ×L├╝ftung von WohnungenÔÇť und die Norm DIN 18017-3:2009-09 ÔÇ×L├╝ftung von B├Ądern und Toilettenr├Ąumen ohne Au├čenfenster ÔÇô Teil 3: L├╝ftung mit VentilatorenÔÇť.

Es wird in Objekten h├Ąufig eine L├╝ftung nach der Norm DIN 18017-3 ausgef├╝hrt. Da beide Normen aufeinander verweisen, sind auch beide Normen anzuwenden. Die Norm DIN 18017-3 gilt entsprechend ihres Titels nur f├╝r die L├╝ftung von B├Ądern und Toilettenr├Ąumen ohne Au├čenfenster mit Ventilatoren, demzufolge finden sich dort keine Angaben zu Nebenr├Ąumen (z. B. Vorratsr├Ąumen).

Die Norm DIN 1946-6:2009-05 ÔÇ×Raumlufttechnik ÔÇô Teil 6: L├╝ftung von Wohnungen - Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, Ausf├╝hrung und Kennzeichnung, ├ťbergabe/├ťbernahme (Abnahme) und InstandhaltungÔÇť besch├Ąftigt sich gesamthaft mit der einer Wohnung. Entsprechend ihres Anwendungsbereichs gilt sie folgenderma├čen:

ÔÇ×Diese Norm gilt f├╝r die freie und f├╝r ventilatorgest├╝tzte L├╝ftung von Wohnungen und gleichartig genutzten Raumgruppen (Nutzungseinheiten).

Diese Norm legt die Anforderungen an die Planung, die Ausf├╝hrung und Inbetriebnahme, den Betrieb und die Instandhaltung der notwendigen L├╝ftungs-Komponenten bzw. Ger├Ąte f├╝r Einrichtungen zur freien L├╝ftung und f├╝r ventilatorgest├╝tzte L├╝ftungssysteme unter Ber├╝cksichtigung bauphysikalischer, l├╝ftungstechnischer, hygienischer sowie energetischer Gesichtspunkte fest.

Somit gilt sie unabh├Ąngig des gew├Ąhlten L├╝ftungssystems f├╝r die L├╝ftung von Wohngeb├Ąuden. Diese Norm beschreibt allgemeine Grundlagen und Vorgaben f├╝r die Ausf├╝hrung und Planung einer L├╝ftung. Insbesondere fordert die Norm die Erstellung eines L├╝ftungskonzeptes.

4, L├╝ftungskonzept - Notwendigkeit l├╝ftungstechnischer Ma├čnahmen
4.1 Allgemeines

F├╝r neu zu errichtende oder zu modernisierende Geb├Ąude mit l├╝ftungstechnisch relevanten ├änderungen ist ein L├╝ftungskonzept zu erstellen. Das L├╝ftungskonzept umfasst die Feststellung der Notwendigkeit von l├╝ftungstechnischen Ma├čnahmen und die Auswahl des L├╝ftungssystems. Dabei sind bauphysikalische, l├╝ftungs- und geb├Ąudetechnische sowie auch hygienische Gesichtspunkte zu beachten.

Das L├╝ftungskonzept sollte unter Beachtung der l├╝ftungstechnischen Situation der gesamten Nutzungseinheit erstellt werden, weil jede l├╝ftungstechnische Ma├čnahme in einer Nutzungseinheit immer auch Auswirkungen auf alle anderen R├Ąume der Nutzungseinheit hat.

Das gilt auch, wenn nur einzelne, z. B. fensterlose R├Ąume, mit einem ventilatorgest├╝tzten L├╝ftungssystem gel├╝ftet werden sollen. Die Luftdichtheit bzw. Luftdurchl├Ąssigkeit der H├╝llkonstruktion der gesamten Nutzungseinheit ist zu beachten.

Ein L├╝ftungskonzept sollte nach dem im Anhang B aufgef├╝hrten Schema erstellt werden. Das L├╝ftungskonzept kann von jedem Fachmann erstellt werden, der in der Planung, der Ausf├╝hrung oder der Instandhaltung von l├╝ftungstechnischen Ma├čnahmen oder in der Planung und Modernisierung von Geb├Ąuden t├Ątig ist.ÔÇť

Aus diesem Abschnitt ergibt sich, dass ein L├╝ftungskonzept f├╝r die gesamte Nutzungseinheit zu erstellen ist. In diesem Abschnitt wird explizit von Nutzungseinheit gesprochen ohne die Art der R├Ąume zu benennen. Somit sind alle R├Ąume einzubeziehen. Es wird keine Ausnahme benannt. Im Gegenteil wird in der Norm unter Punkt ÔÇ×5.3.6. Allgemeine Anforderungen an Realisierung der Luftvolumenstr├ÂmeÔÇť lediglich auf Folgendes hingewiesen:

ÔÇ×Sofern nach landesrechtlichen Vorschriften f├╝r besondere R├Ąume konkrete Luftvolumen-str├Âme bzw. L├╝ftungssysteme gefordert werden, ist die Realisierung durch entsprechende l├╝ftungstechnische Ma├čnahmen sicherzustellen.ÔÇť

Daraus ergibt sich, dass evtl. weitere Vorgaben zu ber├╝cksichtigen sind, wie etwa die Mindest-Abluftvolumenstr├Âme aus der Norm DIN 18017-3. Dieser Punkt schlie├čt aber weiterhin keine R├Ąume aus.

Ferner definiert die Norm DIN 1946-6 als absolutes Minimum, welches sicherzustellen ist, die ÔÇ×L├╝ftung zum FeuchteschutzÔÇť ├╝ber eine ÔÇ×Freie L├╝ftungÔÇť. In dem entsprechenden Abschnitt (5.3.6.2 Freie L├╝ftung) hei├čt es:

ÔÇ×F├╝r die gesamte Nutzungseinheit, und f├╝r jeden einzelnen Raum der Nutzungseinheit ist die L├╝ftung zum Feuchteschutz nach Tabelle 5 ohne Nutzerunterst├╝tzung durch die Infiltration ├╝ber die Undichtheit der Geb├Ąudeh├╝lle, siehe 6.2, und durch Auslegung und Ausf├╝hrung von gegebenenfalls notwendigen ALD bzw. von L├╝ftungssch├Ąchten (kein manuelles Fenster├Âffnen) sicherzustellen.ÔÇť

In diesem Abschnitt wird angegeben, dass f├╝r jeden einzelnen Raum der Nutzungseinheit die L├╝ftung zum Feuchteschutz sicherzustellen ist. Es werden keine Ausnahmen genannt, sondern darauf hingewiesen, jeden Raum zu ber├╝cksichtigen.

Nun ist es so, dass es in einem innenliegenden Raum keinen nat├╝rlichen Luftwechsel durch Infiltration gibt bzw. geben kann. Somit ist in einem innenliegenden Raum ohne L├╝ftungssystem das minimale Schutzziel der Norm (L├╝ftung zum Feuchteschutz) nicht sicher zu realisieren. In diesem Zusammenhang wird auf das Beiblatt 1 (Ausgabe September 2012) der Norm DIN 1946-6 hingewiesen. Dieses enth├Ąlt Beispielberechnungen f├╝r ausgew├Ąhlte L├╝ftungssysteme. Die Beispiele in diesem Beiblatt enthalten alle einen innenliegenden Vorratsraum (Lagerraum oder Nebenraum). In allen Beispielen ist dieser Raum im L├╝ftungskonzept ber├╝cksichtigt und mindestens mit einer ├ťberstr├Âmluftmenge (├ťLD) ber├╝cksichtigt. Wenn der Raum ber├╝cksichtigt wird, muss auch sichergestellt werden, dass die angegebene Luftmenge sicher hindurchstr├Âmt.

Erschwerend kann hinzukommen, wenn sich innerhalb dieses Raums ein nicht ged├Ąmmter Heizkreisverteiler befindet. Dann stellt sich die Frage, wie eine ├╝berm├Ą├čige Erw├Ąrmung des Raums wegen dieser oder anderer W├Ąrmequellen sicher verhindert werden soll. Diese zus├Ątzlichen W├Ąrmelasten k├Ânnen nur ├╝ber einen wirksamen Luftwechsel abtransportiert werden.

Stand:
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