PrĂŒfpflichten nach DIN EN 806-5:01-2012: „Technische Regeln fĂŒr Trinkwasser-Installationen – Teil 5: Betrieb und Wartung“

Trinkwasserinstallationen sind prinzipiell prĂŒfpflichtig.

FĂŒr den bestimmungsgemĂ€ĂŸen Betrieb einer Trinkwasserinstallation ist der Anschlussnehmer bzw. der Betreiber verantwortlich. Dazu gehört auch, dass die Trinkwasserinstallation regelmĂ€ĂŸig nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik von einem Vertragsinstallationsunter-nehmen gewartet wird.

Die Verpflichtung des Betreibers, die Trinkwasserinstallation regelmĂ€ĂŸig warten zu lassen, ergibt sich aus unterschiedlichen Verordnungen.
▪ Nach § 9 (7) der Trinkwasserverordnung kann bei unzulĂ€nglicher Instandhaltung das Gesundheitsamt Maßnahmen anordnen, wie z. B. eine Wartung der Trinkwasserinstallation, um gesundheitliche Gefahren zu beseitigen.
▪ Nach § 12 der AVBWasserV ist der Anschlussnehmer auch fĂŒr eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Unterhaltung verantwortlich.
▪ Im BĂŒrgerlichen Gesetzbuch werden die Verkehrssicherungspflichten nach § 536 und die mietvertragliche Haftung nach § 823 herangezogen, wenn es um die ÜberprĂŒfung und Instandhaltung von haustechnischen Anlagen geht.
▪ Im Werkvertragsrecht der VOB Teil B, DIN 1961 und VOB Teil B, DIN 18299 werden vom Auftraggeber (Betreiber bzw. EigentĂŒmer) Wartungen von technischen Anlagen wĂ€hrend der GewĂ€hrleistungszeit verlangt, damit Sicherheit und FunktionsfĂ€higkeit gewĂ€hrleistet sind.

Aus diesen Punkten ergibt sich eine PrĂŒfpflicht fĂŒr Trinkwasseranlagen. Diese PrĂŒfung ist entsprechend dem Stand der Technik, gemĂ€ĂŸ der Norm DIN EN 806-5:01-2012: „Technische Regeln fĂŒr Trinkwasser-Installationen – Teil 5: Betrieb und Wartung“ auszufĂŒhren. Diese Norm legt unter Punk 1 „Anwendungsbereich“ „Anforderungen an den Betrieb und die Wartung von Trinkwasser-Installationen innerhalb von GebĂ€uden und fĂŒr Rohrleitungen außerhalb von GebĂ€uden, aber innerhalb von GrundstĂŒcken nach EN 806-1“ fest und gibt entsprechende Empfehlungen.

Weiterhin wird unter Punkt 4 „Allgemeines“ auf eine allgemeine PrĂŒfpflicht hingewiesen. Hier heißt es:

„Installationen mĂŒssen in einer solcher Weise betrieben und gewartet werden, dass nachteilige Auswirkungen auf die QualitĂ€t des Trinkwassers, die Versorgung der Abnehmer und die Einrichtungen des Wasserversorgungsunternehmens vermieden werden.

Die Installationen sind in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden auf sichere Funktion und MĂ€ngelfreiheit zu kontrollieren. Es sind angemessene Instandhaltungsmaßnahmen anzuwenden, um die Installation in einem betriebssicheren Zustand zu halten, der den Anforderungen nach EN 806-2, EN 1717 und den einzelnen Produktnormen entspricht, auf die in Anhang A verwiesen wird.

Die Anlage muss in Übereinstimmung mit den ursprĂŒnglichen Auslegungsbedingungen, z. B. Temperatur, Druck, betrieben werden. Die Verantwortung fĂŒr Betrieb, Inspektion und Wartung unterliegt den örtlichen und nationalen Anforderungen (z. B. Fachpersonal).“

Da die Betreiber die notwendigen technischen Regeln hĂ€ufig nicht kennen und als „technische Laien“ die Inhalte auch im Zusammenhang nicht verstehen, dient die Norm DIN EN 806-5 denjenigen, die eine Informationsaufgabe gegenĂŒber dem Betreiber haben als Grundlage. Eine Informationsaufgabe haben Planer und ausfĂŒhrende SanitĂ€r- und Heizungsfachbetriebe gegenĂŒber ihren Auftraggebern bzw. dem Betreiber.

Der Betrieb, die Wartung und die Instandhaltung von Bauteilen sind immer auch in den Betriebsanweisungen des Herstellers geregelt. Aus diesem Grund sollen die einzelnen Maßnahmen hier keine weitere Beachtung finden. In der Tabelle A.1 der vorgenannten Norm sind auch die wichtigsten Wartungs- und Inspektionsintervalle aufgelistet.

Stand:
09/14