Beurteilung von Außenwandabdichtungen aus kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB)

Maßgebend für die Beurteilung von Außenwandabdichtungen aus kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB) sind die Norm DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ und die Richtlinie für die Planung und Ausführung mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbe-schichtungen – erdberührte Bauteile – (KMB-Richtlinie) der Deutschen Bauchemie, 3. Aus-gabe, Mai 2010.

Untergrundvorbehandlung

Um zu gewährleisten, dass die KMB eine ausreichende Haftung auf dem Untergrund hat, Ablösungen und dadurch Risse und Wasserhinterläufigkeiten der Abdichtung vermieden werden, ist es notwendig, eine Untergrundvorbehandlung durchzuführen.

Diese Untergrundbehandlung setzt sich aus mehreren Arbeitsschritten zusammen. Im 1. Arbeitsschritt ist der Untergrund auf eine ausreichende Tragfähigkeit hin zu überprüfen. Die Norm DIN 18195-3:2011-12 „Bauwerksabdichtungen – Teil 3: Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe“ fordert unter Ziffer 4 „Anforderungen an den Unter-grund“:

„Bauwerksflächen, auf die die Abdichtung aufgebracht werden soll, müssen frostfrei, fest … sein.“

Die KMB-Richtlinie stellt unter der Überschrift „7. Anforderungen an den Untergrund“ die gleichen Forderungen.

Als nächster Arbeitsschritt bei der Untergrundvorbehandlung ist eine Grundierung bzw. ein Voranstrich aufzubringen.

Sowohl in der Norm DIN 18195-3:2011-12 unter Abschnitt 5.4.1 als auch in der KMB-Richtlinie unter 9.1 „Untergrundvorbehandlung“ sowie im technischen Merkblatt des Herstel-lers unter der Überschrift „Grundierung“ wird gefordert, dass ein Voranstrich bzw. eine Grun-dierung aufzubringen ist.

Trockenschichtdicke

Die Trockenschichtdicke ist die Dicke aller aus der KMB hergestellten Lagen nach der voll-ständigen Durchtrocknung.

In der Norm DIN 18195-4:2011-12 „Bauwerksabdichtungen – Teil 4: Abdichtungen gegen und Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nicht stauendes Sickerwasser an Bo-denplatten und Wänden, Bemessung und Ausführung“, in der Norm DIN 18195-6 „Bau-werksabdichtungen – Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und auf-stauendes Sickerwasser, Bemessung und Ausführung“ und in der KMB-Richtlinie ist die Tro-ckenschichtdicke der KMB vom Lastfall der Wasserbeanspruchung abhängig.

In den o. g. Regelwerken wird für den Fall der Bodenfeuchte und des nicht stauenden Si-ckerwassers eine Mindesttrockenschichtdicke von 3 mm gefordert. Für den Lastfall „aufstau-endes Sickerwasser“ (Gründungstiefe ≤ 3,0 m und Bemessungswasserstand mind. 300 mm unter UK Kellersohle) fordern die Norm DIN 18195-6 und die KMB-Richtlinie eine Mindest-trockenschichtdicke von 4 mm.

Verarbeitung der Beschichtung

Die Norm DIN 18195, die KMB-Richtlinie und das technische Merkblatt des Herstellers for-dern die Aufbringung einer KMB in zwei Lagen. Die Ausführung der einzelnen Lagen kann „frisch in frisch“ erfolgen. Ziel ist es, eine zusammenhängende Schicht herzustellen, die ge-samtheitlich auf dem Untergrund haftet. Eine Verstärkungslage ist für den Lastfall „Boden-feuchte und nicht stauendes Sickerwasser“ in keinem der o. g. Regelwerke und nicht im technischen Merkblatt des Herstellers gefordert. Wenn eine Verstärkungslage eingebaut wird, sollte dies jedoch nach den technischen Vorgaben erfolgen. Sowohl in der Norm DIN 18195-6 als im Merkblatt des Herstellers wird gefordert, dass die Verstärkungslage nach dem 1. Arbeitsgang (Aufbringen der 1. Schicht der KMB) einzulegen ist.

Stand:
11/12