Anforderungen an PutzuntergrĂŒnde – Voraussetzungen fĂŒr HaftbrĂŒcken

Die AusfĂŒhrung von Innenputz als Gipsputz P IV nach DIN 18550-1:1985-01 – Putz, Begriffe und Anforderungen ist im weiteren in zwei MerkblĂ€ttern - Gipsputze und gipshaltige Putze auf Beton (04/2001) und HaftbrĂŒcken fĂŒr Gipsputze und gipshaltige Putze (01/2002) - des Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und des Bundesverband der Gipsindustrie e. V. beschrieben

Im Wesentlichen ist zu beachten, dass sichergestellt ist, dass WĂ€nde und Decken, die verputzt werden sollen, vor aufsteigender und rĂŒckseitig einwirkender Feuchtigkeit geschĂŒtzt sind.

Ist die oberste Decke eines Bauwerks zu verputzen, mĂŒssen vor Beginn der Putzarbeiten die WĂ€rmedĂ€mmung sowie die Abdichtung aufgebracht sein. Die ĂŒbrigen Betondecken mĂŒssen frei von OberflĂ€chenwasser (z. B. Niederschlag) sein. Bei Beginn der Putzarbeiten mĂŒssen die Feuchtigkeitsabgabe des Betons in der OberflĂ€chenzone abgeschlossen und der Putzgrund saugfĂ€hig sein. Als Faustregel gilt, dass dieser Zustand unter gĂŒnstigen Bedingungen (z. B. anhaltendes Sommerwetter) 4 Wochen und bei ungĂŒnstigen VerhĂ€ltnissen (z. B. hohe Luftfeuchtigkeit, Frost) frĂŒhestens 8 Wochen (mindestens 60 frostfreie Tage) nach dem Ausschalen des Betons erreicht sein kann. Putzen auf gefrorenem Untergrund und bei Temperaturen unter +5 °C ist grundsĂ€tzlich nicht zulĂ€ssig.

DarĂŒber hinaus muss der Putzgrund folgende Anforderungen erfĂŒllen:

 EbenflĂ€chig nach den Anforderungen an die Ebenheit von BauteiloberflĂ€chen gemĂ€ĂŸ DIN 18202
 TragfĂ€hig, fest und ausreichend formstabil
 trocken, nicht wasserabweisend und gleichmĂ€ĂŸig saugend
 Restfeuchte ≤ 3 Masse-%
 staubfrei
 frei von Verunreinigungen und schĂ€dlichen AusblĂŒhungen
 frostfrei bzw. ĂŒber +5 °C temperiert
 frei von Sinterschichten und Schaltrennmitteln

Das Auftragen einer HaftbrĂŒcke ist bei der Verarbeitung von Gipsputz auf Beton stets zu empfehlen. Auf BetonflĂ€chen, die mit ungehobelten, sĂ€gerauen Brettern geschalt wurden und die eine ausreichende SaugfĂ€higkeit aufweisen, kann eventuell auf eine HaftbrĂŒcke verzichtet werden. Zwingend erforderlich ist die HaftbrĂŒcke hingegen auf glattem und / oder schwach saugendem Betonuntergrund, wie er im modernen Ortbeton- und Fertigteilbau die Regel ist.

Die HaftbrĂŒcken im Ausbau mit Innenputz dienen zur Haftvermittlung zwischen glatten und / oder schwach saugenden UntergrĂŒnden (insbesondere Beton) sowie einem Gipsputz oder gipshaltigen Putz und tragen zur (besseren) Haftung des Putzes am Untergrund bei. Sie mĂŒssen mit grĂ¶ĂŸter Sorgfalt verarbeitet und aufgetragen werden.

HaftbrĂŒcken bestehen hauptsĂ€chlich aus alkalibestĂ€ndigen Dispersionen und anorganischen ZuschlĂ€gen, z. B. Sand, Quarzmehl, Steinmehl, sowie weiteren Additiven und Farbpigmenten. Die farbliche Pigmentierung dient der AusfĂŒhrungssicherheit des Auftragens (z. B. Nachweis der genĂŒgenden Schichtdicke) und hat keinen Einfluss auf die QualitĂ€t.

Die Dispersion der HaftbrĂŒcke ist eine Kunststoff-in-Wasser-Emulsion, in der feine Kunststoffpartikel gleichmĂ€ĂŸig im Wasser verteilt sind. Damit aus der flĂŒssigen Dispersion ein funktionsfĂ€higer Haftfilm entsteht, muss nach dem Anstrich das enthaltene Wasser verdunsten. Dabei rĂŒcken die Kunststoffpartikel zunĂ€chst nĂ€her zusammen und verfilmen nach vollstĂ€ndiger Trocknung. In diesen homogenen Film sind die ZuschlĂ€ge z. B. Sand, Quarzmehl, Steinmehl fest eingebunden, wodurch GrĂ¶ĂŸe und Rauigkeit der OberflĂ€che zunehmen. Die Filmbildung ist fĂŒr die Funktion der HaftbrĂŒcke von entscheidender Bedeutung. Wenn keine abweichenden Herstellerangaben vorliegen, ist fĂŒr die Filmbildung eine Umgebungs- und Bauteiltemperatur von mindestens +5 °C erforderlich.

Im Grundsatz gelten fĂŒr die HaftbrĂŒcke die gleichen Untergrundbedingungen wie fĂŒr Gipsputz. Organische HaftbrĂŒcken auf Dispersionsbasis können eine zu hohe Restfeuchte des Betons von mehr als 3 Masse-% nicht kompensieren! Sollte baustellenbedingt die Vorgabe von maximal 3 % Restfeuchtegehalt des Putzgrundes nach DIN 18550 ĂŒberschritten werden, muss der Fachunternehmer Bedenken anmelden und darf weder mit der Untergrundvorbehandlung noch mit den Putzarbeiten beginnen. Das Austrocknen des Betons ist in solchen FĂ€llen abzuwarten.

Die flĂŒssigen oder pastösen Materialien der HaftbrĂŒcke sind entweder werkseitig verarbeitungsfĂ€hig eingestellt oder auf der Baustelle entsprechend den Herstellerangaben mit Wasser zu verdĂŒnnen. Eine stĂ€rkere als vom Hersteller vorgegebene VerdĂŒnnung mit Wasser fĂŒhrt zur Entmischung (Absetzen der FĂŒllstoffe) und zu einer unzureichenden Filmbildung. Sie ist daher nicht zulĂ€ssig. GrundsĂ€tzlich sind HaftbrĂŒcken vor Arbeitsbeginn und auch nach Arbeitsunterbrechung grĂŒndlich aufzurĂŒhren. HaftbrĂŒcken mĂŒssen vor dem Auftrag des Putzes trocken, klebfrei und vollstĂ€ndig verfilmt sein. Dies lĂ€sst sich durch Augenschein und Kratzprobe feststellen. Die Mindesttrocknungsdauer einer frisch aufgetragenen HaftbrĂŒcke wird vom Hersteller angegeben und betrĂ€gt in der Regel je nach Raumklimabedingungen mindestens 24 Stunden.

Stand:
05/12