Barrierefreier Zugang zu Wohnungen in einem Geschoss

Ausgangssituation

Die BauO NRW, ¬ß 49, Abs. (2) gibt vor ‚Äď ‚ÄěIn Geb√§uden mit mehr als zwei Wohnungen m√ľssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein. ...‚Äú

In der Verwaltungsvorschrift (VV) BauO NRW wird hierzu erg√§nzt: ‚ÄěDie Wohnungen nach ¬ß 49 Abs. 2 m√ľssen barrierefrei erreichbar sein. Dies bedeutet, dass auf dem Grundst√ľck entspre-chende bauliche Vorkehrungen getroffen werden m√ľssen, wie z. B. Rampen, erforderliche Be-wegungsfl√§chen, ggf. Aufz√ľge, etc. Da die wesentlichen R√§ume dieser Wohnungen mit dem Rollstuhl zug√§nglich sein m√ľssen, m√ľssen die erforderlichen Mindestt√ľrbreiten und ggf. daf√ľr notwendige Bewegungsfl√§chen vorhanden sein.‚Äú

Beurteilung

Anforderung eines barrierefreien Zugangs in das barrierefreie Geschoss eines Gebäudes:

1. Gehwege vor Häusern

Der Gehweg vor den Häusern ist als Hauptzugang zu den einzelnen barrierefreien Woh-nungen in den Gebäuden als Hauptgehweg anzusehen. Nach DIN 18024-1:1998-01: Straßen, Plätze, Wege usw. beträgt die Regelbreite eines Hauptgehweges 1,50 m; situa-tionsbedingt darf die Breite auf einer Länge von max. 6 m auf 1,20 m reduziert werden.

Wenn dem Hauptgehweg ein Parkstreifen vorgelagert ist, gibt es einen √úberhang der PKW auf den Hauptgehweg, was die rechnerische Breite des Hauptgehwegs verringert. Bezogen auf gegebene Situationen muss die Breite des Gehwegs neben den √ľberh√§n-genden PKW mind. 1,20 m betragen. Weitet sich der Hauptgehweg (durch Pflanzbeete in Abst√§nden von ca. 5 m bei zwei nebeneinanderliegenden Stellpl√§tzen) zwischen den Parkfl√§chen und vor den Hauseing√§ngen auf, wird die Regelbreite von mind. 1,50 m er-reicht.

Nach einer Gehwegl√§nge von 15 m ist eine Bewegungsfl√§che von 1,80 m x 1,80 m vorzu-sehen, die sich mit der Gehwegfl√§che √ľberlagern darf.


2. Fläche vor den Hauseingängen

Vor den Hauseingangst√ľren ist eine Bewegungsfl√§che von 1,50 m x 1,50 m vorzusehen, einmal au√üerhalb des Geb√§udes als Bewegungsfl√§che in Bezug auf den Hauptgehweg und zum anderen innerhalb des Geb√§udes auf der Seite des T√ľrblattaufschlags und vor der Rampe.


3. Fl√§che vor T√ľren der Personenaufz√ľge

Im Eingangsgeschoss und im barrierefreien Geschoss muss die Bewegungsfl√§che vor den Aufzugsschachtt√ľren mind. 1,50 m x 1,50 m betragen. Im UG sollte dieses Ma√ü der Bewegungsfl√§che vor diesen T√ľren auch realisiert werden, um einen barrierefreien Zu-gang zur Tiefgarage zu gew√§hrleisten.

In Wohngeb√§uden darf sich die Bewegungsfl√§che vor den Aufzugsschachtt√ľren mit der Verkehrsfl√§che des Treppenraums √ľberlagern.

Die Frage, ob die Bewegungsfl√§che vor den Aufzugsschachtt√ľren im Untergeschoss re-duziert werden kann, ist davon abh√§ngig, ob Stellpl√§tze der betroffenen barrierefreien Wohnungen in der TG vorhanden sind. Denn dann ist die allgemeine Vorgabe in der BauO NRW, des ¬ß 49, Abs. (2) nur so auszulegen, dass die allgemeine Anforderung an die barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnung f√ľr diese Zuwegung auch anzuwenden ist und entsprechende Bewegungsfl√§chen vorzusehen sind.


4. Ausstattungen ‚Äď taktile Leitstreifen, Bodenindikatoren, Treppenmarkierungen usw.

Eine zwingende Anforderung zur besonderen Markierung von Gehwegen bestehen im Rahmen der Anforderung an einen barrierefreien Zugang im Sinne der BauO NRW, § 49 zurzeit auf privaten Flächen nicht. Es sollte mit dem zuständigen Bauordnungsamt abge-klärt werden, ob solche Markierungen, wie in der DIN 18024 beschrieben, auf den öffentli-chen Gehwegen in Privateigentum verlangt werden.

Allgemeine Hinweise

Die Planungsgrundlagen f√ľr das barrierefreie Bauen werden zurzeit in neu aufgelegten DIN-Normen wie der DIN 18040 und 18070 von dem Normenausschuss erarbeitet und liegen als Entwurfsfassungen vor. Eine bauaufsichtliche Einf√ľhrung der DIN-Normen zur Barrierefreiheit vor und in Geb√§uden ist in NRW zurzeit nicht gegeben, was sich aber durchaus in der (n√§heren) Zukunft √§ndern kann.

Die baurechtliche Situation der Anforderungen zur Barrierefreiheit von Wohnungen ist nur (sehr) allgemein in der BauO NRW, § 49 geregelt und es sind nicht die umfassenden Anforderungen wie in den betreffenden DIN-Normen beschrieben, verlangt. Es muss aber auch darauf hinge-wiesen werden, dass bei der Veräußerung der Wohnungen klargestellt ist, dass keine Barriere-freiheit im Sinne der DIN gegeben ist, sondern nur nach den vereinfachten Kriterien der BauO NRW, § 49.

Stand:
12/11